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10 Thesen zu "Chancen des Vereinswesens":
1. Ein Verein ist eine eigenständige
Organisation, die Menschen rechtlich abgesicherte Handlungsfelder für
einen bestimmten Zweck ermöglicht. Er kann diesen Zweck zielgerichtet
verfolgen und ihm einen starken Anspruch verleihen. Der Verein ist das
Gerüst, an dem die Pflanze empor ranken kann.
2. In einem Verein können Laien ohne die
Mitbestimmung von Amtsträgern des kirchlichen und öffentlichen Lebens
über die Ziele und die Umsetzung der Ziele des Vereins selbstständig
bestimmen. Dadurch wird die Motivation, die Bereitschaft zum Mitmachen
und die demokratische Mitwirkung gestärkt und erhalten. Sinnvolle
Strukturen und transparente Entscheidungswege helfen den Mitgliedern bei
dieser Aufgabe. Die Willensbildung findet von unten nach oben statt.
3. Ein Verein reagiert in der Regel
flexibel auf aktuelle Herausforderungen. Durch diese Flexibilität, durch
die Mitwirkungsmöglichkeiten, die er fordert und anbietet, und durch die
Konzentration seiner Arbeit kann er im Normalfall leichter die
Zielgruppen seines Zweckes erreichen als andere Einrichtungen.
4. Der gemeinsame Zweck des Vereins
schweisst die Mitglieder des Vereins zusammen. Im Verein finden sich
Menschen zusammen, die sich von dem Vereinszweck und der dazugehörenden
Aufgabenbeschreibung anstecken lassen (Inspiration), diese als „ihr
Ding“ entdecken (Identifikation) und es eigenverantwortlich umsetzen
wollen (Institution). Das stärkt den Zusammenhalt und das Zusammenwirken
der Mitglieder – nur gemeinsam können sie etwas bewirken. Der Verein ist
sozialintegrativ und generationsübergreifend wirksam.
5. Der Verein ist eine überschaubare
Größe; er fordert und fördert die Übernahme von Verantwortung seiner
Mitglieder. Damit schafft und stärkt er die aktive Mitgliedschaft: es
besteht die Chance und die Pflicht zum Engagement. Der Erfolg des
Vereinszwecks ist nicht von einzelnen abhängig – eine ganze Gemeinschaft
steht dafür ein.
6. Die Kontinuität, Beständigkeit und
Nachhaltigkeit der Vereinsarbeit wird durch die freiwillige
Mitgliedschaft, die aktive Mitarbeit von ortsansässigen Mitarbeitern und
die Leitung des Vereins durch Ehrenamtliche gesichert.
7. Der Verein ist grundsätzlich offen für
alle, die den Vereinszweck bejahen und diesen passiv oder aktiv
unterstützen wollen.
8. In dem Bewusstsein, nur selber etwas
bewirken zu können, sind die Mitglieder bereit zum persönlichen Einsatz
von Zeit, Kraft, Wissen und Geld. Der Verein ermöglicht die Führung
eines eigenen Etats. Die Mitglieder bestimmen selbst über Einnahmen und
Ausgaben. Dadurch wird die finanzielle Eigenständigkeit des Vereins
gefördert.
9. Die Mitglieder des Vereins entscheiden
darüber, mit wem sie zusammenarbeiten wollen.
10. Die Gründung eines Vereins ist relativ
leicht. Hilfreiche Hinweise gibt die Arbeitshilfe des
CVJM-Gesamtverbandes in Kassel: „Es gibt gute Gründe einen CVJM zu
gründen!“
Friedemann Kretzer
13.11.03 |