Trainee-Programm
                                        Landesverband der CVJM in Mecklenburg und Schleswig-Holstein

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  • Trainee-Beispiele    Trainee-Programme von Ortsgruppen

Das Trainee-Programm:

  • Kompetenzen trainieren
  • Jugendliche gewinnen
  • Engagement fördern
     

Entstehung und Wirkung

Das Trainee-Konzept wurde im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg erstellt und bis heute umgesetzt. Die Jugendlichen haben die Trainee-Kurse so gut angenommen, dass die Verantwortlichen sagen können: Die bisher gestarteten Trainee-Projekte haben starken Rückenwind. Die Aktivitäten haben eine große Schubkraft innerhalb von Gemeinden und CVJM entwickelt.

Das Trainee-Programm bündelt innovative Formen der Jugendarbeit mit Ausbildungsmodulen der Jugendgruppenleiterausbildung. Trainee will Fordern und Fördern.

Warum das Kursprogramm „Trainee“ heißt

Trainees erhalten in allen Bereichen der Jugendarbeit eine theoretische und praktische Ausbildung und werden so auf ihre Mitarbeit vorbereitet. Der Name klingt modern, zukunftsorientiert und wird mit dem modernen Begriff „Training“ assoziiert. Er soll Niveau und Qualität des Programms verdeutlichen und somit die Jugendlichen herausfordern. Allerdings nennen CVJM und Kirchengemeinden in SH und HH das Trainee-Programm auch „Youngstar, hope, Dynamo, usw.

Grundidee und Ziele von Trainee

Trainee ist ein erlebnis- und praxisorientierter Kurs für 14- bis 16jährige Jugendliche. Sie bekommen durch die regelmäßigen Treffen (mind. 14tägig) und Praktika wichtige Impulse zur Persönlichkeitsentwicklung und erwerben sich in 6 bis 12 Monaten die Qualifikation zum Jugendgruppenleiter. Der Kurs kann sowohl im Schulbereich, als auch an Konfirmandenarbeit und Jugendfreizeiten „andocken“.

Sieben Merkmale des Trainee-Programms

  • Freiwilligkeit und Verbindlichkeit: Die Jugendlichen werden zur Teilnahme eingeladen und können sich freiwillig dafür entscheiden. Die Anmeldung enthält eine schriftliche Vereinbarung,

in der die Rahmenbedingungen des Kurses festgelegt sind und die von den Jugendlichen verbindlich eingehalten werden sollen. Am Ende der Kurse erhalten die Jugendlichen ein Zertifikat; es kann je nach Inhalten und Zielrichtung auch die Jugendgruppenleiterkarte beantragt werden.

 

  • Prozess statt Block: Der Kurs läuft also nicht kompakt ab, z.B. in einer Woche, sondern in regel-mäßigen Gruppentreffen. Er hat damit den Charakter einer Jugendgruppe. Trainee-Wochenenden, Praxistage und Praxiseinsätze ergänzen die Treffen. Vorteile sind:
    Themen können wiederholt und vertieft werden.
    Themen können passend in den Kurs eingebaut werden. So können z.B. gruppenpädagogische Einheiten mit der Dynamik des eigenen Gruppenprozesses verbunden werden.Die Kursgruppe wächst in der Regel durch diesen Prozess zu einer intensiven Gemeinschaft zusammen, die den Kern eines zukünftigen Mitarbeiterkreises bilden kann.

 

  • Vor Ort statt auf regionaler Ebene: Vorteile sind, dass die gebildete Gruppe die Chance hat vor Ort zusammenzubleiben und sich so in einer Gemeinde bzw. einem CVJM gemeinsam zu engagieren. Fachkundige Personen aus dem nahen Umfeld können für ein Thema eingeladen werden, wodurch vielleicht hilfreiche Kontakte entstehen.

 

  • Kraft-Wärme-Rückkopplung von Theorie und Praxis: Themen werden theoretisch eingeführt, können in der Praxis geübt und wiederum bei den Treffen reflektiert werden. In den Praxisfeldern können sich Trainees erproben und in Bereiche der Jugendarbeit hineinschnuppern, um auf diese Weise Erfahrungen zu sammeln und diese auszuwerten.

 

  • Eine Ausbildung, die einladend ist: Trainee zieht auch Jugendliche an, die sonst keinen Kontakt zur christlichen Jugendarbeit haben. Trainee vermittelt nicht nur Kompetenzen und Funktionen, es geht immer auch um persönliche Auseinandersetzung, Wertevermittlung, Einladung zum Glauben und um Grundorientierungen für das Leben.

 

  • Die Schubkraft engagierter Jugendlicher: Die Erfahrungen im EJW haben gezeigt, dass Trainee zur Frischzellenkur für die Jugendarbeit werden kann. Von einer Trainee-Gruppe können Veränderungsimpulse ausgehen, die für die jeweilige Organisation einen Energieschub erbringen können.

 

  • Vernetzung zahlt sich aus: Das Trainee-Programm ist hervorragend geeignet, über den eigenen Tellerrand hinaus zu sehen. Jugendarbeit und Schule können mit Trainee ihre Kooperation ein-üben. Die Jugendarbeit kann an den Konfirmandenunterricht anknüpfen und so den Konfirmierten die Möglichkeit bieten, sich in der Gemeinde zu engagieren. Es kann zu einer Brücke zwischen Freizeitarbeit und kontinuierlicher Jugendarbeit werden. Selbst in der Offenen Jugendarbeit ist es einsetzbar. Last but not least: das Trainee-Programm kann zum Mitarbeiterpool für Gemeinde-feste, Konficamps und weitere Veranstaltungen werden.

 

Inhalte und Arbeitsformen

Im Kurs werden folgende Kompetenzen vermittelt und trainiert: Personalkompetenz, soziale Kompetenz, geistliche Kompetenz, Leitungskompetenz, didaktisch-methodische Kompetenz und organisatorische Kompetenz. 

Kernstück des Kurses sind die regelmäßigen Gruppentreffen, bei denen die Themen bearbeitet werden. Sie werden dabei altersgerecht und methodisch abwechselnd vermittelt. Aktivierende Lernformen und die begleitenden Praxiseinsätze schaffen eine vergleichsweise hohe Motivation. Deshalb sind Theorie und Praxis eng verwoben und aufeinander bezogen.

So kann ein Kurs ablaufen

  • Verantwortliche beschäftigen sich mit dem Trainee-Programm und prüfen eine Realisierung in der Gemeinde oder im Jugendverband. Bei Zustimmung wird ein Team von 4-6 Leuten gebildet, das über eine gewisse Erfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen und in der Seminararbeit verfügt und sich intensiv mit der Grundkonzeption beschäftigt
  • Danach wird eine Zielgruppe festgelegt: Konfirmierte, Freizeitteilnehmer, Schüler oder einfach Jugendliche in der Organisation.
  • Das Kursprogramm mit den Terminen, Einheiten, Praxiseinsätzen, Wochenenden, Erlebnistouren und Treffpunkten (evt. schon einschließlich der zuständigen Mitarbeitenden und Referenten) wird erstellt. Achtung: viele Jugendliche haben ein dermaßen volles Wochenprogramm, dass die Einhaltung des Zeitplanes und der Vereinbarung oft Schwierigkeiten bereitet. Hier müssen klare Absprachen getroffen und evt. Termine für Nachschulungen vereinbart werden
  • Alle Kosten des Kurses incl. aller Ausgaben für Wochenenden und Erlebnistouren werden kalkuliert und mögliche Einnahmen (eigene und öffentliche Zuschüsse, evt. Spenden und Aktionserträge) dagegen gerechnet, um dann den Teilnehmerbeitrag zu ermitteln.
  • Es wird ein ansprechender Flyer erstellt. Damit und mit einer guten, ausführlichen Information für die Eltern wird die Zielgruppe zu einer Schnupperveranstaltung eingeladen.
  • Hier stellt sich das Kurs-Team vor und die interessierten Jugendlichen lernen sich kennen. Dann wird der Kurs mit seinen Inhalten, Terminen, Erwartungen incl. der Praxiseinheiten ausführlich vorgestellt. Die Ziele des Kurses sowie der Nutzen für die Teilnehmenden wird erklärt. Es werden die Kurs-Anmeldungen verteilt und die Rahmenvereinbarung zwischen dem Träger und jedem/r einzelnen TeilnehmerIn genau erläutert. Vor allem sollte bei diesem Treffen viel Raum für Fragen und Klärungen eingeplant werden.
  • Die erste Einheit wird sich mit dem Kennen lernen der Gruppe beschäftigen. Es werden gemeinsame Spielregeln entwickelt, Rituale und Abläufe der Treffen werden besprochen. Einheiten zur Personalkompetenz passen gut in diese Phase.
  • Ein gemeinsam verbrachtes Wochenende kann in dieser Anfangsphase für die Entwicklung der Gruppe förderlich sein. Hier kann auch schon ein größeres Thema angepackt und erste Formen der Spiritualität eingeübt werden.
  • Bei den weiteren Aktivitäten des Kurses können bzw. müssen Jahreszeiten, das Kirchenjahr, Ferienzeiten und die Möglichkeiten von Praxisstellen sowie der Traineepartner berücksichtigt werden.
  • Neben einem internen Fest sollte es einen öffentlichen Schlusspunkt geben, zu dem die Presse und Prominente eingeladen werden können. Die Trainees bekommen ihre Zertifikate überreicht. Je nach Situation kann auch eine Einsegnung erfolgen.

  

Friedemann Kretzer nach Inhalten des Buches „Das Trainee-Programm“, Aussaat-Verlag, mit eigenen Ergänzungen.

 

 

 

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